POP-ART?
Vincent van Gogh „Die Sternennacht“ – zählt zu den ikonischsten Meisterwerken der gesamten Menschheitsgeschichte der Malerei! Es wird oft als das Magnum Opus Van Goghs bezeichnet.
Es ist eine Art ‚Pop-Art‘ – nicht im Sinne einer Kunstströmung, sondern vielmehr aufgrund der Rolle, die dieses Werk im kollektiven Bewusstsein spielt. Mit anderen Worten: Es ist ein wahrhaftiger ‚Welthit‘ der Kunstgeschichte.
Im Kontext von Kunstdiskussionen mag das Wort ‚Hit‘ etwas unerwartet oder gar provokant klingen. Dies ist jedoch lediglich einem modernen Missverständnis geschuldet. Heutzutage nehmen wir dieses Wort irrtümlich als Symbol für etwas Leichtfüßiges oder gar Primitives wahr. Doch im Englischen bedeutet das Wort ‚Hit‘ im Grunde ‚Erfolg‘ oder ‚Triumph‘.
Und dieses Werk ist erfolgreich, weit über jedes Maß hinaus!
Es genießt weltweite Anerkennung. Sammler sind bereit, zweistellige Millionenbeträge für diese Leinwand zu zahlen, doch sie nimmt einen Ehrenplatz in einem der berühmtesten Museen der Welt ein – dem Museum of Modern Art in New York.Zugegebenermaßen war der Künstler selbst zu jener Zeit eher zurückhaltend, ja sogar kühl gegenüber diesem Werk. Er bezeichnete es fast schon geringschätzig als bloße ‚Nachtstudie‘ und schenkte ihm nicht jene ‚väterliche‘ Aufmerksamkeit und Wärme, die er seinen anderen Arbeiten zuteilwerden ließ.
Was macht es zum Meisterwerk?
Und dennoch ist es ein Meisterwerk! Warum das so ist? Die Antwort kennen wir bereits: Jeder wird auf dieser Leinwand etwas ganz Eigenes finden.
Manche wird die Entstehungsgeschichte dieses Gemäldes tief erschüttern. Van Gogh verliert den Verstand, gequält und von Widersprüchen zerrissen; für den Künstler ist Die Sternennacht eine Form der Kunsttherapie – eine Medizin für eine verwundete Psyche, für eine vernarbte Seele. Beim Betrachten des Werks suchen wir nach einer Antwort auf die ewige Frage: Ist Genie ein Zeichen geistiger Gesundheit, oder ist es ein Makel, ein Defekt, eine Abweichung?..
Andere werden von den religiösen Untertönen gefesselt sein, die von Kunsthistorikern untersucht werden. Sie verweisen auf die eigenen Worte des Künstlers: ‚Ich habe ein furchtbares Bedürfnis nach – soll ich das Wort sagen? – nach Religion. Dann gehe ich nachts hinaus, um die Sterne zu malen.‘ Sie zitieren auch das Buch Genesis: ‚Ich habe noch einen Traum gehabt; siehe, die Sonne und der Mond und die elf Sterne neigten sich vor mir.‘ Elf Sterne! Und was hat es mit diesen ‚Lichthöfen‘ auf sich, die um die Sterne und den Mond leuchten?..
Manch einen wird die Perfektion der Komposition schlichtweg überwältigen. Werfen wir einen genaueren Blick darauf!
Die Strahlkraft ist das Erste, was den Betrachter überwältigt. Die Mondsichel auf der rechten Seite und die Venus auf der linken. Es heißt, dass im Frühling 1889 in der Provence – genau zu jener Zeit, als das Gemälde entstand – die Venus tatsächlich mit außergewöhnlicher Helligkeit erstrahlte!
Darüber hinaus branden Wald und Berge in gewaltigen Wogen über das kleine Städtchen, das sich – winzig und unscheinbar – in seinem eigenen Schatten verbirgt. Dieses Gespür für die Erhabenheit der Elemente erzeugt ein Gefühl dramatischer Spannung!
...Und dann die Zypresse. Die einzige Zeugin des Spektakels, das sich am Himmel entfaltet. Ihre dunkle Silhouette, die einer gotischen Kathedrale gleicht, zieht den Betrachter in ihren Bann und bildet das perfekte Gegengewicht zwischen Erde und Himmel, dem realen Abbild und der Symbolik, dem schlichten Alltag und der Unendlichkeit...JENSEITS DES GEWÖHNLICHEN
Erstaunlich, Unbegreiflich und doch! —
Irgendwie vereint Van Gogh in seiner Vorstellung die großen Mysterien des Lichts und der fließenden Bewegung. Durch seine Pigmente verkörpert er eines der komplexesten und immer noch rätselhaftesten wissenschaftlichen Konzepte – das Konzept der Turbulenz.
Der Künstler nimmt wahr, fühlt und erschafft jenes geheimnisvollste Konzept neu, das die Natur der Menschheit je offenbart hat!
- Schau dir diese Wirbel an. Und dann – kleinere, und immer noch kleinere…
- Wissenschaftler untersuchen sie.
- Sie werden mithilfe von Fibonacci-Zahlen berechnet.
- Sie werden durch kosmische Giganten wie das Hubble-Weltraumteleskop beobachtet.
Und sie sind der Pulsschlag des Universums, etwas, das sich dem wissenschaftlichen Denken entzieht! Nur der Inspiration eines Genies zugänglich.
Vincent van Gogh, „Die Sternennacht“
Wie ein Kunstkritiker einmal schrieb: ‚Es ist leicht, den Pinsel zu führen und Gras und Pflanzen mit genügend Realismus zu malen, um das Auge zufrieden zu stellen. Das kann jeder nach ein paar Jahren Übung erreichen. Doch inmitten dieser Gräser und Pflanzen die Geheimnisse der Schöpfung darzustellen, die Manifestation des Ewigen und Göttlichen im scheinbar Kleinsten zu finden – das ist die wahre Bestimmung des Künstlers!‘
Vielleicht ist es genau das, was der Komponist der Romantik, Robert Schumann, meinte, als er über die Gestalt Johann Sebastian Bachs nachdachte. In dem Bestreben, die ganze Majestät und Dimension seines Genies mit Worten zu erfassen, schrieb Schumann: